Eurythmie 2016-10-24T22:17:16+00:00

Eurythmie

Die Bewegungskunst Eurythmie (altgriechisch „eu“ -gut, richtig) und „Rhythmus“ (Gleich- Ebenmaß, Harmonie) entstand 1912 als künstlerischer Zweig der von Rudolf Steiner gegründeten Anthroposophie. Schon sieben Jahre später wurde sie als obligatorisches Unterrichtsfach für alle Klassenstufen in der 1. Waldorfschule in Stuttgart eingeführt. Seitdem ist sie fester Bestandteil des Waldorfunterrichts und der Kindererziehung.

Körperbeherrschung als seelischer Impuls

In unserer Schule wird Eurythmie derzeit in den unteren Klassen mit jeweils einer, ab Klasse 5 mit jeweils zwei Wochenstunden unterrichtet – die 8. Klasse mit nur einer Wochenstunde bildet bewusst eine Ausnahme. Dabei wird z.B. in den unteren Klassen eine gehörte Geschichte gemeinsam in Bewegung gebracht. Sich zu Sprache und Musik bewegend erfahren die Kinder die Innenwelt des mutigen Prinzen, des bösen Drachen etc. unmittelbar und direkt.
Der seelische Ausdruck wird in der Bewegung erlebt, geschult und künstlerisch dargestellt. Er ist es, der den Impuls zur Bewegung gibt. Dadurch erwerben sich die Kinder. z.B. Geschicklichkeit und die Beherrschung ihres Körpers über diesen seelischen Impuls.

Wirkungsweisen der Eurythmie

Wir kommen mit der Eurythmie dem großen Bewegungsdrang der Kinder entgegen und schaffen einen Ausgleich zu den „sitzenden“ Fächern. Eurythmie stärkt die innere Vorstellungskraft, die Fähigkeit, klare und genaue Gedanken zu bilden, das eigene Körperbewusstsein, die Bewegungskoordination und Körperhaltung. So befähigt sie die jungen Menschen in unserer schnelllebigen, oft nach außen orientierten Zeit, in sich Ruhe und Aufmerksamkeit für das „Jetzt“ zu entwickeln und durch das Einleben und Einfühlen in Bewegungs- und Ausdrucksnuancen ganz drin zu stehen. Durch Musik und Sprache lernt das Kind, sich mit sich selbst und der Welt in Beziehung zu setzen. Diese Verhältnis zur Welt lebt in Sinn und Bild der Laute. Getragen vom Sprachrhythmus, von grammatikalischen Strukturen , vom Lyrischen, Epischen, Dramatischen eines Gedichtes versuchen wir, besonders in den höheren Klassen, dies durch die eurythmische Darstellung sichtbar werden zu lassen.

Eurythmie in der Oberstufe

Eurythmie in 11./12. ist eine  künstlerischer Gestaltung von Texten und Musikstücken wobei alle erlernten Themen wiederholt und einbezogen werden. Vom erst mehr spielerischen Umgang bis hin zum bewussten Erüben der sprachlichen und musikalischen Gesetzmäßigkeiten erfahren die Schüler den besonderen Reiz dieser darstellenden Kunst.
In der Oberstufe werden die Schüler insbesondere befähigt, eigene Choreografien/ Formen zu entwickeln, d.h. selbstständiges Arbeiten, zu üben. Dies stärkt auch die sozialen und kreativen Fähigkeiten. Auf den Monatsfeiern der Schule präsentieren die Schüler aller Klassen die Ergebnisse des Eurythmieunterrichts. Im 12. Schuljahr findet schließlich der Eurythmieabschluss statt, der ein wichtiger Bestandteil des Waldorfabschlusses bildet.

Heileurythmie

Die Eurythmie ist in erster Linie als Bühnenkunst entwickelt worden. Doch schon von Beginn an war ihr pädagogischer und auch therapeutischer Wert deutlich. So wird ihre heilenden Wirkung in Zusammenhang mit der anthroposophischen Medizin genutzt und kommt bei uns in der Schule als Heileurythmie zur Anwendung.

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