Mathematik 2016-10-24T22:17:16+00:00

Mathematik

Mit dem Übergang von der 8. Klasse in die Oberstufe (Klasse 9 bis 12), verlassen die Schüler die Begleitung des Klassenlehrer und wechseln zu den zahlreichen Fachlehrern der Oberstufe.

In der 9. Klasse werden in Mathematik umfangreichere Gebiete wie z.B. die Kombinatorik behandelt. Am Beispiel des Lottospiels werden die Anzahl der Möglichkeiten und Gewinnwahrscheinlichkeiten problematisiert und berechnet. Dabei können die Schüler schnell die Grenzen der praktischen Durchführbarkeit beim Abzählen aller möglichen Tipps beim Lotto 6aus49 erleben. Um dennoch die genaue Anzahl zu ermitteln, muss das Denken den richtigen Weg weisen. Und zu alleseitiger tief empfundener Freude weist das Denken den richtigen Weg! Die richtige Lösung lautet nämlich 13 983 816 mögliche verschiedene Tipps!

Übrigens haben viele Waldorfschulen in Berlin von Lotto-Geldern bei ihren Bauten kräftige Zuschüsse bekommen. Von den Einnahmen muss die Deutsche Klassenlotterie einen vorgeschriebenen Anteil an Gemeinnützige Einrichtungen abführen.
In der 9. Klasse werden darüber hinaus noch die Zahlenbereiche (z.B. Dualzahlen) bearbeitet, sowie die Welt der Kegelschnitte in der Geometrie behandelt und gezeichnet.
In Klasse 10 werden die Potenzrechnung und Kreisberechnungen mit der berühmtesten Zahl der Mathematik Pi bearbeitet. Ebenfalls in der 10. Klasse findet eine Mathematik-Klassenfahrt, die Feldmessfahrt, statt: Für 14 Tage fährt die gesamte Klasse an einen geeigneten Ort (in den letzten Jahren war es ein Ort in Polen), wo das umliegende Gelände (ca. 2km mal 2km) mit Theodoliten und Nivelliergeräten vermessen und anschließend gezeichnet wird. Angewandte Mathematik in schöner Umgebung, bei leckerem Essen und mal 14 Tage untereinander das Miteinander pflegen! Die Schüler kommen innen und außen bereichert wieder!
In Klasse 11, nach Beendigung der gesetzlichen Schulpflicht, kommen die Schüler „freiwillig“ in die Schule und sind bereit für die höhere Mathematik mit der Differentialrechnung und Integralrechnung. Dabei ist der exakte Umgang mit dem Unendlichen eine gedankliche Heraus- und Anforderung. Dieses Motiv prägt auch die Projektive Geometrie, bei der prozesshafte Vorgänge in Einzelbildern gezeichnet und denkerisch durchdrungen werden sollten. In der 2. Hälfte des Schuljahres der 11. Klasse stehen die MSA-Prüfungen an. An den staatlichen Schulen wird diese Prüfung in der 10. Klasse durchgeführt. Die Waldorfschulen haben sich dafür entschieden die MSA-Prüfungen in Klasse 11 durchzuführen, um z.B. die Feldmessfahrt der 10. Klasse davor zu schützen.
In Klasse 12 rundet sich die Waldorfschulzeit ab. So wird das Motiv der Krummen und Geraden aus der 1. Unterrichtsstunde der 1. Klasse in der Projektiven Geometrie der 12. Klasse wieder aufgegriffen und an der unendlich fernen Gerade vertieft. Auch sollen die Schüler die Schule mit einer Wertschätzung der Mathematik gegenüber verlassen. Das Schöne in der Mathematik wird im Unterricht der 12. Klasse besonders hervorgehoben und den Schülern behutsam vor die Seelen gestellt. Die jungen Menschen können dann mit diesem Schatz in sich ihren eigenen Lebensweg antreten. Zum Ende des Schuljahres findet auch eine inhaltliche Einstimmung auf den Abiturstoff in Mathematik statt.
Ein mögliches 13. Abiturschuljahr bieten befreundete Waldorfschulen in Berlin an, zu denen die Schüler dann wechseln müssten. In den letzten Jahren hat sich dazu mit einigen Waldorfschulen eine gute Zusammenarbeit gebildet.

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