Mit sieben, acht Jahren lernen die Kinder vieles noch am besten durch Nachahmung. Immer wieder wollen sie sich aber nun beweisen, ob sie das gemeinsam Gelernte alleine können. Was in der ersten Klasse angelegt wurde, wird nun erweitert, vertieft und in selbstständiges Können überführt. Schönheit in der Form der Buchstaben, in der Gestaltung der Seite, im Klang der Sprache oder auch in der Klarheit beim Rechnen freut die Kinder und spornt sie an zu lernen.
ERZÄHLSTOFF "Es ist gefährlich, die Menschen erkennen zu lassen, in welch hohem Gerade sie den Tieren gleichen, wenn man nicht gleichzeitig ihnen ihre eigene Größe zeigt. Es ist ebenso gefährlich, sie allzu sehr ihre Größe erkennen zu lassen und nicht zugleich auch ihre Erniedrigung." Die Kinder sollen erleben, wie lebendige, gesprochene Sprache in Schrift gebannt und daraus auch wieder herausgelöst werden kann. So wird zunächst nur gut Bekanntes geschrieben und gelesen, bevor das Lesen auch als Quelle von Neuem erlebt wird. Die kleinen Buchstaben und gegen Ende der zweiten Klasse eventuell auch schon die Schreibschrift werden gelernt und mit dickem Buntstift geschrieben. Schreiben die Kinder eigene Texte, so schreiben sie zunächst rein nach dem Gehör, ohne durch Rechtschreibregeln gehemmt zu werden. An Sprüchen wird eine immer klarere Artikulation geübt. Silben und Sprachrhythmen sollen immer exakter wahrgenommen und z.B. geklatscht werden, bevor sie zur Erarbeitung erster Rechtschreibregeln notwendig sind. Daneben wird mit Gedichten und kleinen Theaterspielen an einem lebendigen Ausdruck der Sprache gearbeitet. Da oben der Himmel mit seinem Licht. FORMENZEICHNEN
Beim Plastizieren erleben die Kinder Qualitäten der plastischen Form. Wie anders fühlt sich eine Einbuchtung oder eine Ausbuchtung an? Wie lassen sich Übergänge gestalten? Beim Plastizieren sind beide Hände, Handinnenflächen und Finger stets formend und wahrnehmend tätig. Dadurch beleben und sensibilisieren sich die Hände; das Formgefühl und das Augenmaß werden nochmals anders als beim Formenzeichnen geübt. Es erfordert ausdauerndes, tatkräftiges und gleichzeitig behutsames Gestalten, damit eine Form gelingt. Ohne Zuhilfenahme einer Unterlage wird zunächst immer eine Kugel, die Urform alles Lebendigen geformt. Aus dieser entstehen nach und nach neue Formen, an denen die Kinder die konvexen und konkaven Formelemente von Grund auf erleben können. RECHNEN "eins zwei drei Jede Grundrechenart beschreibt eine qualitativ andere Handlung, bzw. Bewegungsrichtung oder -art. Rechenaufgaben werden zunächst aus Rechengeschichten und aus dem Handeln mit Material herausgelöst. Dann wird das eigentliche Rechnen und die Orientierung im Zahlenraum bis 100 mit reinen Aufgaben geübt. Hier muss innerlich vollzogen werden, was zunächst als äußere Handlung und Bewegung erlebt wurde.
MUSIK
Weitere Fächer sind Spielturnen, Eurythmie, Handarbeit und Religion (die Beschreibungen finden Sie in den Fluren)
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