DAS KIND IM 4. SCHULJAHR

Das Kind befindet sich am Anfang des zehnten Lebensjahres. Es ist das Alter, in dem das Kind seine Abtrennung von der Umwelt, mit der es in so großer Selbstverständlichkeit lebte, erst wirklich vollzieht. Sein Ichbewusstsein stärkt sich merklich, sein Seelenleben wird innerlicher und unabhängiger. Das Kind will Welt und Erzieher von einer neuen Seite kennen lernen.


LEHRPLANINHALTE DES HAUPTUNTERRICHTS
Unterricht des Klassenlehrers

ERZÄHLSTOFF

Der Erzählstoff führt in die Bilderwelt der Edda, und in den Umkreis der nordischen Mythologie, die uns den Entwicklungsprozess von Göttern, Welt, Mensch und Naturkräften beschreiben. Nur die Edda erzählt vom Verdämmern des alten übersinnlichen Bewusstseins der Menschen und schildert damit einen Bewusstseinswandel, der sich jetzt im Kinde vollzieht. Die Kinder nabeln sich von der Kindheit ab. Am Ende der Edda wird ohne Sentimentalität der Aufgang einer neuen Welt angedeutet. Der Weg dahin ist möglich.


DEUTSCH

Sorgfältig bildet man eine Vorstellung von den Zeiten, was durch die Verwandlungsform des Verbums zum Ausdruck kommt. Die Sprache plastisch empfinden und gliedern. Es soll noch keine Satzlehre betrieben werden, sondern die sprachliche Formung soll bildhaft erfasst werden, so dass eine gegliederte Satzbildung, z.B. ein Satzgefüge, räumlich anschaulich wird. Gedichte werden gelernt und Literatur gelesen.


HEIMATKUNDE

Was in der Heimat des Kindes auftritt, wird in seinem geographischen und historischen Werden dargestellt. Man erzählt z.B., wie die Eiszeit unsere Landschaft geformt hat und wie einzelne Industrien der Heimat entstanden sind.


NATURKUNDE

In einer elementaren Menschenkunde wird zunächst der Mensch vor das Kind hingestellt und dann die Tierwelt, immer in ihrer besonderen Beziehung zum Menschen, betrachtet. Man bespricht einzelne Tiere und vergleicht die Organisation dieser Tiere mit der des Menschen.

MATHEMATIK

Die Kinder sollen sicher im Kopfrechnen werden. Ein Kreuz- und Querrechnen, humorvolle Aufgaben und „Knacknüsse“ entfachen die Entdeckerlust und schulen die regsamen Denkkräfte. Hauptthema ist der Übergang zum Bruchrechnen und zur Dezimalbruchlehre.


MALEN

Im Umgang mit den flüssigen Farben ist der Farbensinn der Kinder nun so weit geweckt, dass sie die Farbe als Ausdrucksmittel des im Unterricht Erlebten selbstständiger gebrauchen können.


FORMENZEICHNEN

Im 4. Schuljahr zeichnen wir schwerpunktmäßig Flechtbandmuster, die sehr viel Konzentration und Raumgefühl verlangen. Im Formenzeichnen haben die Kinder ein Gefühl für runde, spitze, elliptische, gerade Formen usw. entwickelt, nun zeichnen sie auch mit neuem Bewusstsein äußere Gegenstände, weil sie vorher die Formen in ihrer Selbstständigkeit innerlich erfühlt haben.


LEHRPLANINHALTE DES FACHUNTERRICHTS
Unterricht der Fachlehrer


RUSSISCH/ENGLISCH

Mit dem Lesen und Schreiben der Fremdsprachen und mit einer Art von Übersetzen, das sinngemäß aber nicht wortwörtlich ist, wird begonnen. Man beginnt in Absprache mit dem Klassenlehrer mit der Grammatik.


MUSIK

Benutzte man in den ersten Schuljahren die Musik, um das Kind hören und singen zu lehren, so arbeitet man nun darauf hin, dass das Kind sich den künstlerischen Anforderungen anpassen lerne. Das Noten lesen wird fortgesetzt, zweistimmige Gesänge und Kanons werden gepflegt. Wesentlich ist hierbei, dass die Flöten und Streichinstrumente das Singen begleiten und so Gemeinsamkeit im Musizieren entsteht.


Weitere Fächer sind Sport, Eurythmie, Handarbeit und Religion (die Beschreibungen finden Sie auf den Fluren)


© Eugen Kolisko Schule

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