Eine besondere Harmonie, Beweglichkeit und Lebensfreude kennzeichnen die inneren und äußeren Aktivitäten der Kinder. Man bezeichnet den Zeitraum vom neunten bis zwölften Lebensjahr gern als „Mitte der Kindheit“ und so möchte man den Abschnitt des fünften Schuljahres gern den „Höhepunkt der Kindheit“ nennen. Das Kind entfaltet immer mehr einen freudigen Blick für die äußere Seite der Erscheinungen. Dem muss die Hinwendung zur Natur entsprechen. Das Mittel, durch welches diese Freude am besten zum Ausdruck kommt, ist die Schönheit. Zu diesem Schönen gehört nicht nur das im engeren Sinne Künstlerische. Alles im Unterricht sollte anregend, interessant, aufweckend, abenteuerlich, empfindsam, mitleiderregend, eben ein Miterleben werden.
ERZÄHLSTOFF In dieser Altersstufe tauchen die Kinder ein in die frühesten Menschheitskulturen der altindischen, persischen, babylonisch-ägyptischen und griechischen Zeit. Der Erzählstoff besteht aus Mythen und Sagen dieser Kulturen und ein reiches Spruchgut steht uns zur Verfügung.
Die Behandlung der vier Fälle steht an. Vor allem die Qualität des Nominativs ist dabei zu beachten, ein wichtiges Element, um später bei der Behandlung der Satzglieder die Eigenschaften des Subjekts umfassend würdigen zu können. An die Betrachtung der vier Fälle schließt sich die erste Syntax an. In einer zweiten Epoche wenden wir uns der Behandlung des Aktivs und Passivs zu. Am Ende des Schuljahres wird man als Vorbereitung auf die sechste Klasse die Direkte Rede behandeln.
Größere Gebiete Mitteleuropas werden ausgewählt, um die sich wandelnden Landschaften, Städte, wirtschaftlichen Zusammenhänge, Verkehrswege und die unterschiedlichen Zusammenhänge der Arbeitswelt kennen zu lernen. Die besprochenen Gebiete werden auch im Atlas aufgesucht. Karten von Flussläufen und Landschaftsbildern werden gezeichnet und gemalt. Ein genaues Wissen von der Lage der besprochenen Flüsse und Städte sollte am Ende der 5. Klasse vorhanden sein. GESCHICHTE Nachdem wir bis zur 4.Klasse nur geschichtliche Bilder und Legenden aus der Geschichte erzählt haben, behandeln wir nun in der Geschichte die Kulturen der alten orientalischen Völker. Wir beginnen mit der Kultur der Ur-Inder, gehen dann zur alten iranischen Kultur und besprechen die Hochkulturen im Zweistromland und in Ägypten. In der zweiten Epoche wird die griechische Kultur dargestellt.
Unbekanntere Tiere werden dem Kinde anschaulich gemacht. Nach der Fülle an Tierformen sollte der Blick wiederum zum Menschen zurückkehren.
Die Pflanze wird immer im Zusammenhang mit dem Leben der Erde als eines lebendigen, einheitlichen Organismus behandelt. Das in dieser Zeit stark regsame Kausalitätsbedürfnis des Kindes wird in rechter Art befriedigt, wenn das Kind lernt, wann eine bestimmte Pflanze in einem bestimmt gearteten Boden, unter einem bestimmten Himmelsstrich usw. diese oder jene Form ihrer einzelnen Teile zeigt. MATHEMATIK Bruch- und Dezimalbruchlehre werden fortgesetzt. Das Kind soll sich jetzt im Gebiet aller ganzen und gebrochenen Zahlen frei rechnend bewegen können. Aus dem methodischen Vorgehen ergibt sich, dass die Regeln erst am Ende eines langen Rechenprozesses stehen und dann in einem Regelheft festgehalten werden.
Nachdem in den vorangehenden Schuljahren im Formenzeichnen auch geometrische Formen gezeichnet wurden, geht man jetzt dazu über, noch aus freier Hand, die Beziehungen verschiedener geometrischer Formelemente zu erfassen.
Die Kinder beginnen das rein Farbige mit der Form zusammenzuschließen. Es wird nun an Naturkundliches wie Tiere, Pflanzen, Gestein angeknüpft. Auch im Anschluss an den Erzählstoff ergeben sich neue Themen.
MUSIK Das harmonisch begleitete Lied im Wechsel von Zuhören und Singen wird geschätzt und muss gepflegt werden, möglichst mit instrumentaler Begleitung. Das Kind soll lernen sich den Anforderungen der Musik anzupassen. Man bespricht die Tonarten.
Es herrscht noch die gesprochene Sprache vor. Die Schönheit der Sprache in Lautgestalt und Sprachmelodie wird wahrgenommen. Wortschatzarbeit und Verbformlehre stehen im Mittelpunkt. Das Erlernen von Dialogen in Sketchen oder kleinen Theaterstücken eignet sich besonders zur Festigung von sprachlichen Strukturen. Eine Lektüre wird eingeführt. Es kommt noch nicht auf wortgenaues Übersetzen an. Aufgrund der Begabungsunterschiede kann nicht damit gerechnet werden, dass alle Schüler dasselbe Unterrichtsziel erreichen. Dies gilt vor allem für die schriftlichen Arbeiten. Hausaufgaben sollten Freude machen, Klassenarbeiten mehr der Übung als der Lernzielkontrolle dienen.
|