Die 8. Klasse bildet den Abschluss der Klassenlehrerzeit in der Waldorfschule, d.h. der acht Jahre, in denen der Klassenlehrer die Kinder täglich in der Hauptunterrichtszeit von 8.00Uhr bis 9.40Uhr in den allgemein bildenden Fächern unterrichtet und erzieht. In der folgenden Oberstufe bekommen die Schülerinnen und Schüler einen Klassenbetreuer, der sich um Organisatorisches kümmert, alle Unterrichtsfächer werden aber nun von Fachlehrern unterrichtet.
Besondere Höhepunkte in der 8. Klasse sind die so genannte Jahresarbeit, die Aufführung eines Theaterstückes und die Klassenfahrt:
Das Klassenspiel in der 8. Klasse hat einen wesentlich größeren Umfang als bisherige Theaterspiele und Szenen. Hier ist zum ersten Mal die Möglichkeit gegeben, Seelisches, Empfindungsmäßiges noch unter dem Schutz und hinter der Maske einer Rolle zu gestalten, die aber zugleich Impuls- und Motivcharakter haben kann. Darüber hinaus kann durch die Arbeit am Bühnenbild (Malen und Handwerk), Nähen der Kostüme (Handarbeit), Plakatzeichnen (Zeichnen), Choreographie (Eurythmie, Musik) am Ende der Klassenlehrerzeit eine Symbiose des bis dahin Gelernten und Erarbeiteten geschaffen werden.
Hierbei handelt es sich um eine individuelle, häufig Fächer übergreifende Arbeit jeder Schülerin bzw. jeden Schülers, die einen längeren (meistens kein ganzes Jahr) Zeitraum umfasst. Die Themen und Methoden sind vielfältig. Ziel jedoch ist es, sich im eigenen Arbeiten, im selbständigen Formulieren, graphischen Gestalten und handwerklichen oder künstlerischen Üben zu erproben und das Resultat dieser Bemühung zu dokumentieren und zu präsentieren. Dabei sollen persönliche Arbeitsplanung und Arbeitsorganisation im größeren Umfang über einen längeren Zeitraum unter der Obhut eines oder mehrerer Betreuer erlebt und erlernt werden.
Die erste längere - mindestens 14-tägige - Klassenfahrt am Ende der Klassenlehrerzeit bildet einen Höhepunkt innerhalb der 8-jährigen Gemeinschaftsbildung. Man kennt inzwischen die Stärken und Schwächen seiner Mitschülerinnen und -schüler und kann nun einander unterstützend auf einer Fahrt, die durchaus auch an Grenzsituationen führen soll, erproben und erfahren, was eine gute Gemeinschaft ausmacht und leisten kann.
Auch während des Stimmwechsels sollte mit Behutsamkeit unbedingt das Singen weiter gepflegt werden. Dem Gefühl der Wahrheitssuche, Einsamkeit und der Individualisierung kann man durch Sololieder und Balladen aus der Romatik begegnen. In diesem Zusammenhang sind Musikerbiographien, welche das existentielle Ringen miterleben lassen, von Bedeutung. Daneben muss der musikalischen Improvisation, verbunden mit der Melodielehre genügend Raum eingeräumt werden. Die Pflege des musikalsichen Urteils wird fortgesetzt.
Indem sich die Jugendlichen ihrer eigenen Stärken und Schwächen bewusster werden, kommt der Auswahl der Texte eine besondere Bedeutung zu. Hier geht es um Ideale, Menschenwürde, Schicksal aber auch Spannung und Drama, was immer der jeweiligen Klasse entspricht. Die grammatischen Strukturen beständig erweitert.
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