EUGEN KOLISKO SCHULZEITUNG Nr.2     JUNI 2001

Unsere Tiere

Unseren Tieren geht es seit diesem Schuljahr sehr gut. Viele Helfer kümmern sich um ihr Wohlergehen und vertreiben ihnen die Langeweile.

Jeden Tag nach der Schule gehen die Erstklässler, die den Hort besuchen, erst einmal bei den Tieren vorbei. Je nach Jahreszeit haben wir dann unterschiedliche Arbeiten zu vollbringen bevor dort zu Mittag gegessen wird.
Im Herbst war es nötig, die Tiere von der Weide zu holen und immer wieder umzusetzen, denn die Weide musste gesäubert werden.

Im Winter brauchen die Tiere Heu und Stroh, das wir ihnen in einem Leiterwagen bringen.
Jeden Tag erleben wir etwas Schönes. Aber das Schönste geschah am 8. Januar: Wir wollten wie gewohnt unserer Arbeit nachgehen, als wir bemerkten, daß etwas mit Rama, unserem schwarzen Schaf nicht stimmte.
Im Schnee mussten wir sogar unser Pferd Flicka davor spannen, da die Räder eingefroren waren und der Wagen durch Menschenhand kaum zu bewegen war.

Die Gute hat später nicht nur das Heu, sondern auch die Kinder gezogen. Wer den Wagen bis oben mit Heu gefüllt hatte, konnte sich eine Rückfahrt zum Stall auf dem Heuwagen sichern.

In dem Auslauf ist die Sauberkeit sehr wichtig. Alle zwei Tage muss das "verdaute Heu" wieder weg gefahren werden. Dabei hat uns unser Pferd Balu geholfen. Nachdem die Kinder alles aufgesammelt hatten, wurden alle Schulranzen in der Mitte der Ladefläche aufgereiht, die Kinder rechts und links daneben gesetzt, drei auf den Kutschbock, der Mistwagen hinten dran gehängt und dann ging es los zum Misthaufen.

Einmal ist uns dabei der Scherbaum der Kutsche zerbrochen. Zum Glück hatten wir den Mist schon ausgeladen und wollten nur noch am Hort die Schulranzen abladen. Balu meinte plötzlich, einen anderen Weg als gewohnt gehen zu müssen.

Ich wollte in die Zügel greifen. Dem entzog er sich, indem er seine Gangart beschleunigte und einen neuen Weg durch den Wald wählte, nicht berechnend, daß die hinter ihm herfahrende Kutsche breiter ist als er selbst. Die Fahrt endete abrupt zwischen zwei engstehenden Bäumen. Seitdem ziehen wir den Mist selber, bis die Kutsche wieder ganz ist.
Innerhalb von einer halben Stunde hat sie vor unseren Augen ihren Sohn Claudius zur Welt gebracht.

Es war so klein, daß er seiner Mutter unter dem Bauch hindurchlaufen konnte, ohne sich zu bücken. Heute ist er genauso groß wie sie und boxt mit den Mutigsten von unseren Jungs.

Nach den Osterferien haben wir das gute Wetter zum Scheren genutzt und die Schafe von ihrer Wolle befreit. Kindergartenkinder, Hortkinder, die Kinder der 2. und 3. Klasse und Kinder der Station 3 des Gemeinschaftskrankenhauses waren den ganzen Tag dabei, die Schafe von ihrer Wolle zu erlösen. Nun stehen sie da wie neu und können dem Sommer um einige Kilo leichter entgegen blicken. Wir danken ihnen und werden mit der reichen Gabe viel anfangen können: Filzen, Faden drehen, Spindeln, Stricken, Stopfen ... .

Ich danke euch allen, ihr fleißigen Helfer! Ohne Euch hätten unsere Tiere nicht ein so schönes Leben.

Elke Krupka




P.S.: Da die Tierhaltung und -pflege einige Kosten verursacht, wäre es schön, wenn Sie sich daran beteiligen könnten. Die Sekretärin des Kindergartens nimmt Ihre Spenden gerne entgegen.


 EUGEN KOLISKO SCHULZEITUNG Nr.2     JUNI 2001

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