EUGEN KOLISKO SCHULZEITUNG Nr.2     JUNI 2001
Warum soll mein Kind Russisch lernen?
Diese Frage stellen sich sicher viele Eltern, wenn ihr Kind auf die Eugen-Kolisko-Schule geht.
Ist es das „Exotische“, das sich mit dieser Sprache verbindet oder die Neugier auf etwas anderes im Vergleich zum Englisch- oder Französisch-Unterricht?
Ist es die Faszination des Landes oder sind es gar spätere berufliche Planungen? Wahrscheinlich ist es von allem etwas und noch ein bisschen mehr, was Eltern bewegt, ihre Kinder russisch lernen zu lassen.

Schön wäre es, wenn für diese Auswahl auch der Gedanke sprechen würde, dass sich immer auch die Seele eines Volkes in dessen Sprache wiederfindet. In jeder Sprache wird nämlich das Denken und Fühlen ihres Volkes offenbart.
Bleibt die Frage, ob es Sinn macht, schon Kindern dieses Gefühl zu vermitteln, wo doch Gleichaltrige vielleicht während des Urlaubes in England oder Frankreich viel mehr mit ihrer „neuen“ Sprache anfangen können.

Es ist eben gerade nicht die vordergründige Verständigung im Ausland, die erlernt werden soll, zumal gerade Kinder verschiedener Herkunft genug Wege finden, sich auch „ohne Sprache“ zu unterhalten.
Nur wenn wir uns mit Denkformen anderer Völker auseinander setzen, können wir auch die Welt, in der wir leben, besser verstehen.

Und es sind Gefühle, die mehr oder weniger in einer Sprache zum Ausdruck kommen. Niemand, der sich ernsthaft mit Völkern und deren (sprachlichen) Eigenheiten beschäftigt, wird die sprichwörtliche russische Seele gering schätzen. Dieses Gefühl für Warmherzigkeit und tiefsinnige Verständigung zu vermitteln ist das Anliegen unseres Russisch-Unterrichts, das damit über die alltägliche Kommunikation mittels einer (Fremd-)Sprache hinaus geht.

Es ist vielmehr das Gefühl für Laute, das Erkennen von Stimmungen in der Ausdrucksweise sowie natürlich auch das Verständnis grammatikalischer Zusammenhänge und logischer Schlussfolgerungen, was von den Kindern erlernt werden soll - und auch leicht erlernt werden kann.

Das alles wird von Kindern nach unse-ren Erfahrungen mit enormer Begeisterung und viel schneller aufgenommen als von Erwachsenen.

Wenn dies spielerisch und mit Freude geschieht, dadurch Toleranz und Verständnis innerhalb der Schülerschaft geweckt und Neugierde an den Tag befördert wird, und die Anstrengungen auch noch von praktischem Nutzen gekrönt werden - dann haben wir unser Ziel erreicht!

Elena Wecker


 EUGEN KOLISKO SCHULZEITUNG Nr.2     JUNI 2001

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