Pädagogisches Konzept 2016-10-24T22:17:15+00:00

Pädagogische Grundlagen

Die Lernumgebung Waldorfschule unterscheidet heutzutage eine Unterstufe (meist bis einschließlich der 8. Klasse) und eine Oberstufe (bis zur 12./13. Klasse). Während in der Unterstufe der Unterricht im Klassenverband bei einer Klassenlehrerin oder einem Klassenlehrer eine zentrale Bedeutung hat, führt der Unterricht in der Oberstufe hin zu einem wissenschaftlichen, kritischen und vernetzten Denken – und damit auch zur Vorbereitung auf den MSA (Mittleren Schulabschluss) und das Abitur, das an einer unserer Partnerschulen abgelegt werden kann.

Die Rolle der Klassenlehrer

Die erste und zentrale pädagogische Instanz stellt in den meisten Waldorfschulen die Klassenlehrerin oder der Klassenlehrer dar: Sie oder er führt die Klasse die ersten sechs bis acht Jahre lang in einem sogenannten „Hauptunterricht“ in den Fächern Deutsch, Geschichte, Mathematik, Physik, Biologie, Chemie, Erdkunde. Allerdings besteht die entscheidende Aufgabe des Klassenlehrers nicht darin, dass er sich auf ein Unterrichtsfach, sondern auf die Klasse als Gruppe von Kindern spezialisiert. Die Erziehungsaufgabe des Klassenlehrers gründet sich also in der Beziehungsaufgabe in Hinblick auf das einzelne Kind. Mit dem Klassenlehrer ist eine feste Bezugsperson gegeben, die jeden Morgen präsent ist, die Kinder empfängt, ihnen den Übergang vom familiären Sozialraum im Lebensraum der Klasse ermöglicht, der somit über Jahre die Möglichkeit hat, eine vertrauensvolle Beziehung zum Schüler aufzubauen.
Die Fremdsprachen werden von entsprechenden Fachlehrern schon von dem ersten Schuljahr ab erteilt.

Der Unterricht in der Oberstufe

In der Oberstufe treten an die Stelle des Klassenlehrers zwei Klassenbetreuer sowie ein Klassenkollegium, welches die wissenschaftlichen, künstlerischen und handwerklichen Fächer repräsentieren. Im Gegensatz zu der üblichen Fächerreduktion der Oberstufe, vertritt die Waldorfpädagogik das Prinzip einer breiten Lebensorientierung und umfassenden Allgemeinbildung. So werden z.B. auch die künstlerischen Fächer aus der Unter- und Mittelstufe vollständig fortgeführt, wie Musik, Eurythmie, Malen, Zeichnen, Handwerk, Plastizieren und Weben.
Einen besonderen Stellenwert haben auch die Praktika in der Oberstufe, so in der Landwirtschaft (9. Klasse), im Vermessungswesen (10. Klasse), im Betrieb (10. Klasse), jeweils als Wahlmöglichkeit im Krankenhaus, heilpädagogischen Heim oder im Altenheim.
In einer kunstgeschichtlich orientierten Klassenfahrt, auch auf einem Theaterprojekt, in einer Jahresarbeit fassen sich noch einmal die besonderen pädagogischen Ziele der Waldorfpädagogik zusammen. Diese beziehen sich auf die Persönlichkeitsbildung, Ich-Findung, Selbstbestimmung und Autonomie der jungen Menschen.

Konzept Oberstufe (PDF)
X